Teilen
Im Norden Seelands, nicht weit von Kopenhagen und von den schönen Seebädern entlang der „Dänischen Riviera“ entfernt, liegt der Roskilde Förde. Er reicht etwa 40 Kilometer in das Land hinein und endet in Roskilde - im Mittelalter Bischofs- und Königssitz und damit Dänemarks größte und wichtigste Stadt.

Natur, Geschichte und Wikingerschiffe am Roskilde Förde

Die zahlreichen Fördee an Seelands Küstenlinie sind besonders interessant: Der größte ist der IseFörde im Norden und auch der südlich gelegene flache Avnø Förde ist einen Besuch wert. Aber besonders interessant ist Dänemarks Fauna und Flora am Roskilde Förde. Der schmale Förde führt etwa 40 Kilometer landeinwärts und gehört mit einer Wassertiefe von meist nur sechs Metern zu den flachen Gewässern Dänemarks.

Im Roskilde Förde liegen etwa 30 kleinere Inseln und Halbinseln mit idyllischer, unberührter Natur. Die Dänen wollen wie überall im kleinen Königreich auch hier besonders sorgsam und nachhaltig mit der Nature umgehen und schützen die maritimen Landschaften mit dichten Wäldern und Feuchtbiotopen am Förde. Daneben ist ihnen die Erhaltung des freien, weiten Blicks über den Roskilde Förde besonders wichtig.

Rund um den Förde gibt es Spuren der großartigen dänischen Vergangenheit en masse: Die Kökkenmöddinger (Muschelhaufen) der Steinzeit beispielsweise markieren die Lagerstätten der Jäger und Fischer vor weit mehr als sechs Jahrtausenden. Später mussten die alten Wikinger die Öffnungen des Fördes für feindliche Schiffe schließen, sodass heute die Rekonstruktionen von fünf Wikingerschiffen aus der Nähe von Skuldelev im Wikingerschiffmuseum von Roskilde besucht werden können.

Apropos Roskilde: Zentral mitten im Königreich gelegen, entwickelte sich die Stadt besonders schnell – sozusagen im Kielwasser von steinzeitlichen Einbäumen, von den Langschiffen der Wikinger und den großen, mittelalterlichen Segelflotten. Deshalb wurde der Förde zum bedeutenden Bindeglied zwischen Meer und Land – und heute ist der Roskilde Förde das beste Erholungsgebiet für die Kopenhagener und ihre Gäste.

Vom ehrwürdigen Kopenhagener Rathaus fährt man strikt geradeaus Richtung Westen – und schon ist man in Roskilde. Der Besucher sieht von Weitem schon die Turmspitzen der berühmten Backsteinkathedrale, wo einst eine Quelle entsprang und König Ro sein Lager errichtet haben soll. Er benannte ihn „Ros Kilde“, also „Ro‘s Quelle“ und von da an galt das Wasser aus der Quelle als wunderbar und heilkräftig. So soll 1729 der erkrankte Dänenkönig Frederik IV. mit dem Wasser geheilt worden sein; Besucher genießen auch heute das heilsame „Roskilde-Wasser“ aus der Magle Quelle oder der St.-Hans-Quelle.

Roskilde war im Mittelalter Bischofs- und Königssitz und damit Dänemarks größte und wichtigste Stadt. Davon zeugt das Wahrzeichen, der rote Backsteindom. Die romanische Querschiffbasilika mit prächtigen Sarkophagen aus Marmor und Gold ist seit dem 15. Jahrhundert Beisetzungsstätte dänischer Königinnen und Könige. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören auch wertvolle Holzschnitzereien, ein mittelalterliches Glockenspiel und Nordeuropas bedeutendste Barockorgel.

Neben dem Dom und dem am Förde liegenden Wikingerschiffmuseum lohnt sich auch ein Besuch des Museums für Gegenwartskunst im königlichen Palais sowie eine Visite im Roskildemuseum, das von Geschichte der Stadt und des Fördes von der Steinzeit bis zum Roskildefestival erzählt.

Das Roskildefstival wurde erstmals 1971 veranstaltet und machte die Stadt europaweit bekannt. Auf dem Rockfestival sorgen mehr als 170 verschiedene Acts, Bands und DJs auf zahlreichen Bühnen über mehrere Tage im Juli mit Power und Lautstärke rund um die Uhr für Stimmung.